Intelligentes Konzept zur Lärmdämmung an Bord 

„Wie ist es nur möglich, dass ihr solch leise Motoryachten habt.“ Diese Frage hören wir häufig. Als Hersteller luxuriösen Motoryachten haben wir immer großen Wert auf die Entwicklung leiser Yachten gelegt. Fahren ohne jegliches Motorgeräusch ist leider (noch) nicht möglich. Aber wir bei Linssen Yachts geben uns alle erdenkliche Mühe, an Bord einen möglichst niedrigen Geräuschpegel zu erreichen. Dabei gehen wir gemäß einem 10-Schritteplan vor, für den wir in unserem Unternehmen schon Ende der 70er Jahre die Grundlage geschaffen haben. Der Kern unseres Ansatzes? Lärmverhütung ist besser als Lärmdämmung.

Sie wissen ja, dass es Linssen Yachts im Blut liegt, immer nach dem maximal Machbaren zu streben. Das gilt auch für die Lärmminderung. Im Laufe der Jahre haben unsere Ingenieure stets neue Lösungen entwickelt, um Geräusche und Schwingungen immer weiter zu reduzieren. Dazu haben wir alle Komponenten unseres Antriebskonzepts überprüft und in mehreren Punkten verbessert.

Unser Mehrschritteplan besteht aus 10 technischen Lösungen, die an Bord einer Linssen – überwiegend „unsichtbar“ – zu den gewünschten Ergebnissen führen. Ohne zu technisch zu werden, wollen wir diese im eigenen Haus entwickelten lärmdämmenden Maßnahmen – von uns „Noise Prevention System“ (NPS) getauft – kurz erläutern.

Der Komfort der Stille
An Bord unserer Grand Sturdy- und Variotop®-Reihe finden Sie die perfekten Bedingungen für langsamen und intensiven Lebensgenuss. Unsere ständigen Bemühungen um Geräuschdämmung haben genau dieses Ziel. Je stiller es an Bord ist, umso angenehmer und komfortabler fühlen Sie sich. Und umso besser nehmen Sie die „erwünschten“ Geräusche wahr, etwa das sanfte Plätschern des Wassers gegen den Rumpf, das Säuseln des Windes oder ein gutes Gespräch zwischen den Mitreisenden auf dem Achterdeck. Aber vielleicht hören Sie auch überhaupt nichts und herrscht ohrenbetäubende Stille. Und dies alles dank unseres „Noise Prevention System“ (NPS). Auch das ist in unseren Augen reiner Luxus. Slow down and start living. 

(1) Robustes Motorfundament

Effektive Lärmbekämpfung beginnt an der Basis. Deshalb haben wir im Maschinenraum unter unseren Motoren ein robustes Fundament eingebaut (Dual Cross), das die auftretenden Kräfte gleichmäßig in alle Richtungen verteilt.

(2) Extrem weiche Schwingungsdämpfer

In all unseren Yachten werden die Motoren auf die weichen Schwingungsdämpfer oben auf den Fundamenten gesetzt.. Diese „Gummifüße“ sorgen dafür, dass die Motorschwingungen nicht auf das Fundament übertragen werden. 

(3) Leise Volvo Penta-Dieselmotoren

Es sind vielerlei Motoren auf dem Markt, die jeweils ihre eigene Charakteristik besitzen. Wir haben uns ganz bewusst für moderne 5-Zylinder-Volvo-Penta-Dieselmotoren entschieden. Dieser Motorentyp ist deutlich leiser als vergleichbare Motoren. 

(4) Drehzahlbegrenzung mit Wendegetriebe

Wenn sich die Propellerwelle zu schnell dreht, beginnt sie durchzurutschen. Es entstehen Luftblasen (Kavitation), die Lärm erzeugen. Zur Vermeidung der Kavitation haben wir mithilfe des Wendegetriebes die Höchstdrehzahl begrenzt. Die Propellerwelle dreht sich dadurch maximal mit 1.000 Umdrehungen pro Minute. 

(5) Flexible Kupplung zwischen Motor und Propellerwelle

Zwischen den Motoren und der Propellerwelle haben wir eine so genannte homokinetische Kupplung eingebaut. Diese elastische, flexible Verbindung sorgt dafür, dass sich Motoren und Propellerwelle völlig frei voneinander drehen können. Dadurch werden keine Schwingungen übertragen. 

(6) Absorbierendes Drucklager

Der Propeller ist für den Vortrieb des Bootes verantwortlich. Dadurch übt die Propellerwelle in Richtung Motor Schubkräfte aus, die theoretisch den Motor von den Schwingungsdämpfern drücken können. Um die Schwingungen der Welle aufzufangen, verwenden wir für das Drucklager eine spezielle Gummiaufhängung.  

(7) Mehrlagige Isolierung der Propellerwelle
Die Propellerwelle hat mehreren Schichten aus unterschiedlichen Materialien. Deren Kombination bildet ein optimales Isolationssystem, das die Schwingungen der Welle gut aufnehmen kann. Das Isolationssystem ist wie folgt aufgebaut (siehe Abbildung):
1 Stahl an der Außenseite
2 Gummi-Klemmdichtung
3 Innenrohr aus Polyester
4 Messinglager
5 Gummi-Innenlager
6 Wasserschmierung
7 Propellerwelle

Durch den mehrlagigen Aufbau ist nirgends ein direkter Kontakt zwischen Metallen möglich. Alle Komponenten sind gewissermaßen „schwebend“ gelagert, so dass Schwingungen nicht oder kaum übertragen werden. Und genau deshalb haben wir diese Lösung gewählt. 

(8) Leiser Propeller

Auch Propeller gibt es in unterschiedlichster Ausführung. Wir haben uns für einen 4-Blatt-Propeller entschieden, der für Gebrauch bei niedrige Drehzahlen und einen geräuscharmen Vortrieb entworfen wurde. Ganz wichtig ist der Abstand zwischen Propeller und Rumpf. Dieser muss mindestens 20% des Propellerdurchmessers betragen. Warum? Bei diesem Abstand ist nämlich die Geräuschübertragung vom Propeller auf den Rumpf relativ klein.  

(9) Power Impact Construction (PIC)

Direkt oberhalb des Propellers haben wir im Rumpf ein vollständig abgeschlossenes Kompartiment mit trockenem feinem Sand gefüllt. Dies heißt bei uns „Power Impact Construction“ (PIC). Durch die enormen Kräfte, die der Propeller beim Antrieb der Yachten überträgt, entstehen Schwingungen. Die Schwingungen lassen sich am besten mit Hammerschlägen gegen die Unterseite des Bootes vergleichen. Bei einem 4-Blatt-Propeller und einer Drehzahl von 1.000 U/min entspricht das 4.000 Hammerschlägen pro Minute. Durch unsere „Sandkastenbauweise“ laufen diese Schallwellen an der Unterseite des Bootes tot.  

(10) Isolation des Maschinenraums

Alle Verbrennungsmotoren erzeugen Lärm, also auch unsere relativ leisen Volvo Penta-Dieselmotoren. Damit auch die letzten Restgeräusche (fast) nicht entweichen können, haben wir unseren Maschinenraum besonders gut isoliert.