Herr und Frau Cappendijk aus Rhoon (79 und 84 Jahre alt) fahren seit fast 40 Jahren auf derselben Yacht: eine St. Jozefvlet 950 Salon, die sie im März 1981 erworben haben. Ihre Yacht, die immer noch so gut wie im Originalzustand ist, haben sie all die Jahre mit viel Hingabe gepflegt. „Mit der ,Vlet‘ haben wir schon fast 40 Jahre viel Freude, aber irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen, nicht wahr? Man muss einfach so realistisch sein zu sagen: ‚Jetzt ist’s genug‘.“

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Linssen St Jozefvlet 950 Salon

Herzlichen Dank an Herrn und Frau Cappendijk für den besonderen Besuch bei Linssen Yachts am Ende der Saison 2020 für dieses Interview

Herzlichen Dank an Herrn und Frau Cappendijk für den besonderen Besuch bei Linssen Yachts am Ende der Saison 2020 für dieses Interview

Im Urlaub 1980 fuhr das Ehepaar Cappendijk auf ihrer 8,5 m Target durch die Provinz Limburg. „Unterwegs sahen wir irgendwo Werbung von Linssen Yachts, und da wollten wir mal vorbeischauen“, erinnert sich Frau Cappendijk. „Wir haben damals eine Probefahrt mit einer 850 gemacht. Das war prima, aber sie hat auch einen Höllenlärm gemacht. Und das Steuerhaus war zu, das mögen wir nicht so. Die 950 war damals auch schon bei Linssen erhältlich und in die haben wir uns verliebt. Es war einfach eine tolle Yacht, ein schönes Modell und robust. Es war Liebe auf den ersten Blick. Das getönte Glas, die Furniertüren und die Aluminium-Fensterrahmen waren damals noch nicht Standard, die haben wir dazu genommen. 40 Jahre später ist die Yacht immer noch eine Augenweide. Ein zeitloses Modell.“

Viele Fahrstunden
Herr Cappendijk war Inhaber eines Fahrradgeschäfts in Rotterdam. „Das Geschäft gibt es noch, aber mit 62 habe ich es verkauft. Wir sind also schon lange ungebunden. Das heißt, wir haben viel Zeit, die wir auf der Yacht verbringen.“ Das zeigt sich auch an den Fahrtstunden der St. Jozefvlet. Der Originalmotor von Peugeot wurde nach 6 380 Fahrtstunden durch einen Volvo ersetzt. Ein Motor, der mittlerweile auch schon wieder 4 285 Stunden auf dem Buckel hat. Das macht 10 665 Fahrtstunden in fast 40 Jahren, das heißt etwa 267 Fahrtstunden pro Jahr – gut 100 Studen pro Jahr mehr, als unsere Kunden im Durchschnitt unterwegs sind. Umso beachtlicher die Tatsache, dass die Yacht immer noch makellos aussieht.

Originalzustand
Außer dem Motor wurde auch der Mast ersetzt „Den vorigen haben wir uns 2012 buchstäblich abgefahren“, berichtet Frau Cappendijk. „Wir wollten damals einen neuen Holzmast und nicht so ein Aluminiumding. Zu dieser Yacht gehört einfach ein Mast aus Holz.“ Der Boden, die Decken, die Verkleidung … alles Originalteile. Die wenigen Dinge, die das Ehepaar angepasst hat, waren im Interieur. Die Regale in den Küchenschränken, die Toilette, die Arbeitsplatte . Auch die Technik, wie beispielsweise der Steuerstand, ist noch genauso wie vor 40 Jahren. Herr Cappendijk: „Wir haben nie neue oder moderne Elektronik eingebaut. Es funktioniert alles noch wunderbar. Ausnahmslos. Auf den Binnengewässern braucht man die extra Technik auch gar nicht.“

Frau Cappendijk: „Wir fahren nicht so häufig aufs Meer. Nur hin und wieder bei Haringvliet ein kurzes Stück, ein paar Stunden zum Spaß sonntagmittags. Diese Yachten sind ja gar nicht für das Meer gemacht. Aber es geht schon. Die Oosterschelde und Westerschelde können ja auch recht heftig sein. Über die Westerschelde fahren wir meist nach Belgien.“

Begegnungen
„Wir waren immer zufrieden mit unserer Yacht“, erzählt Frau Cappendijk. „Damit kommen wir überall hin. Die Yacht ist ideal für die niedrigen Brücken im Norden der Niederlande, wo wir häufig sind. Und wir springen immer noch leichtfüßig an Land, auch in unserem Alter.“

Das Ehepaar war vor allem in den Niederlanden, Belgien und Frankreich unterwegs und hat dabei viel erlebt. Frau Cappendijk hat alles in vier prall gefüllten Logbüchern festgehalten. Ortsnamen, Zeiten, Witterungsbedingungen. Von den besonderen Begegnungen unterwegs erinnert sie sich als erste an die mit einer großen kongolesischen Musikgruppe. „Wir lagen irgendwo in Frankreich an einem Steg. Die Musikgruppe war auch dort und hielt unsere Yacht für das perfekte Dekor. Kurz darauf stand eine Frau bei uns an Deck und hat gesungen. Das war wirklich toll.“

Viel los auf dem Wasser
Die Yacht hat sich so gut wie nicht verändert, die Umstände allerdings schon. „Es ist viel mehr los auf dem Wasser. Vor allem wegen der vielen Speedboote. Die fahren oft alles über den Haufen. Natürlich haben die Leute auch ein Recht auf Wassersport, aber es ist eben eine ganz andere Welt. Sie haben eine andere Mentalität.“
Doch das Getümmel schmälert nicht den Fahrspaß. Die beiden bleiben eingefleischte Bootsbegeisterte. Dennoch verkaufen sie ihre Yacht jetzt, wo sie noch geistig und körperlich fit sind. „Wir wollen es nicht so weit kommen lassen, dass wir die Yacht irgendwann dem erstbesten Aufkäufer mitgeben müssen.“

Wertbeständig
Es ist für Herrn und Frau Cappendijk nicht schwierig, einen Käufer zu finden. Die Yacht ist gut gepflegt und hat nicht an Wert verloren. Die Summe, die das Ehepaar für die Yacht bekommt, ist fast die gleiche, die es 1981 dafür bezahlt hat.