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Das Revier, das zwischen der Ostsee im Norden, der Oder im Osten, der Elbe im Westen, der unteren Havel im Südwesten und dem Oder-Spree-Kanal im Südosten liegt, ist wohl eines der größten Wassersport­reviere Europas.

Tekst & foto‘s: Doris und Dr. Lorenzo Guendel

Linssen yacht cruising in North Germany

ilden ein unerschöpflich dichtes Netz befahrbarer Wasserwege unterschiedlichster Ordnung. Sie liegen überwiegend in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, eine der geschichtsträchtigsten Regionen Deutschlands, etwa mit der Historie der Hanse, den edlen Junkern Vorpommerns, den Preußenkönigen oder dem Einfluss holländischer Prinzessinnen, aber auch mit fleißigen Handwerkern. Russische und französische kulturelle Einflüsse sind überall zu beobachten, auch Wien hat seinen Anteil. Das Ergebnis ist eine Region, die an Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Kunst und Geschichte ihresgleichen sucht.
Große Städte wie Berlin und Hamburg, bedeutende mittlere Städte wie Lübeck, Rostock, Stettin, Oranienburg, Potsdam, Brandenburg und Magdeburg säumen den Weg. Der Kunstliebhaber, der Gast, der kulturelle Vielfalt sucht, ist hier in seinem Metier. Als Beispiel sei Potsdam hervorgehoben, wo sich der Einfluss der holländischen und russischen Kolonie auch heute noch besonders markant abzeichnet. Der Geschichtsinteressierte wird gern auf den Spuren Humboldts oder des Alten Fritz in Sanssouci wandeln, und auf denen der jüngsten Geschichte Deutschlands. Erwähnt sei hier die Potsdamer Konferenz im Cäcilienhof oder Templin, die Heimatgemeinde unserer Bundeskanzlerin.
Dem literarisch Interessierten sei Theodor Fontane oder auch Kurt Tucholsky ans Herz gelegt. Aber nicht nur diese Leuchten der deutschen Literatur waren hier zu Hause.

Museen, Kunstgalerien und große Sammlungen lösen sich mit kleineren Kunstwerkstätten ab. So kann man zum Beispiel in der Spandauer Zitadelle einem Kunstschmied oder einem Saiteninstrumentenbauer bei der Arbeit zusehen. Auch zur regionalen Geschichte findet man hier viele Erläuterungen, die vor allem für Kinder und Jugendliche sehr abwechslungsreich und interessant sind. Genannt seien nur das Binnenschifffahrtsmuseum in Zehdenick oder der Ziegeleipark in Mildenberg.
Das inzwischen 80 Jahre alte Schiffshebewerk Niederfinow ist ein besonderes Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst und ein Erlebnis.
Andererseits findet man große Bereiche unberührter Natur mit Reihern, Kormoranen, Fischadlern, Kranichen, Störchen, Enten und Haubentauchern, aber auch Eisvögel sind hier in ihrem natürlichen Lebensraum zu bewundern.
Neben der Vielzahl an Vögeln sind seltene Tiere wie Biber, Fischotter, Bisam, Wisente, Frösche usw. zu erleben. Sehenswert, namentlich für Kinder und Jugendliche, ist das Müritzeum in Waren, das eine exzellente Darstellung der heimischen Flora und Fauna bietet.
Traumhaft stille Ankerbuchten laden zum Baden und Verweilen ein. Abwechslungsreiche Kleinstädte säumen die Kanäle und Flüsse und verlocken zum Bummeln, Shoppen und Einkehren. Inzwischen hat sich hier eine stattliche Gastronomie etabliert, die mit heimischen Gerichten den Gast verwöhnt.
Auch Berlin bietet natürlich ein reichliches Angebot an kultureller, historischer und landschaftlicher Abwechslung. Dies im Detail zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen.

Now 80 years old, the Niederfinow boat lift Ein_Eisvogel_im_Schweb

Aus dieser großartigen Landschaft brachen wir auf, um neue Ufer zu erkunden. Die Seenplatte war in vielen Jahren inzwischen erforscht, das Gleiche galt für Berlin. Nun wollten wir die Kategorie B unserer Linssen 43.9 AC „La Cabaña“ testen und auf die Ostsee hinaus. Die Strecke von Zehdenick durch den Mälzer Kanal und den Vosskanal Richtung Berlin war in wenigen Stunden geschafft. Wir fuhren dann Richtung Osten zum Schiffshebewerk. In der Marina Marienwerder fanden wir bei Sabine und Lutz Biller einen schönen Platz, wobei Lutz wohl prüfen wollte, ob die Crew der „La Cabaña“ das Schiff auch beherrscht, und er wies uns ganz hinten im Eck einen sehr schönen Platz zu. Mit Wohlwollen hat er dann das Manöver genau beobachtet. Da er nichts weiter sagte, denken wir, er war wohl zufrieden. Auch nach unserem Dafürhalten hatten wir unsere Aufgabe gut gelöst. Im Bistro des Hafens ließen wir uns dann verwöhnen. Nach einer wunderbar ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück an Bord ging es zum Schiffshebewerk. Die Passage war unkompliziert und wie so oft doch ein großes Erlebnis. Wir wurden mit zwei Fahrgastschiffen geschleust, was bei dem großen Becken keinerlei Problem war. Die Temperaturen waren gnadenlos gestiegen, gefühlt hatten wir unter der Persenning 40°C. Jedoch auf sie verzichten konnten wir bei dem stechenden Planeten auch nicht. Also alle Löcher so weit auf wie möglich auf und Gas geben, um Fahrtwind zu produzieren. Abends in Oderberg waren wir für die Nachbarn eine seltsame Crew, saßen wir doch alle unter Deck im Salon. Sie konnten ja auch nicht wissen, dass wir eine sehr gut funktionierende Klimaanlage hatten. Diese kühlte nicht nur den Salon, sondern auch die beiden Kabinen, was für einen erholsamen Schlaf doch sehr bedeutsam war. Mit uns lagen noch eine Reihe größerer Schiffe in Oderberg, die am nächsten Morgen alle bis auf eines nach und nach ausliefen. Letztlich waren wir dann auch so weit, der Wassertank voll, die Batterien geladen, alles gut. Auch dieser Tag versprach hohe Temperaturen.

Die Wasserstandsmeldungen für die Oder waren bei dem trockenen Sommer eher besorgniserregend, weshalb wir uns entschlossen, den Hohensaaten-Friedrichthaler Kanal zu nehmen. Für einen Kanal ist diese Route erstaunlich attraktiv. Die niedrigen Dämme rechts und links erlauben einen Blick in das Hinterland: auf der Ostseite die Überflutungsgebiete der Oder, auf der Westseite Landwirtschaft und Wald.
Hier entdeckten wir große Tabakplantagen, was uns doch sehr überraschte. Ein wenig Industrie, neue und alte und kleine, aber einladende Ortschaften. Unser Ziel war Schwedt, was wir auch nach ca. 4 Stunden erreichten. Ein kleiner Sporthafen, für uns zu flach, und ein größerer Sportboothafen, der uns einen sehr schönen Liegeplatz bot, waren im Angebot. Die Wahl war klar. Auch dieser Hafen stellte eine Überraschung dar. Eine super gepflegte Anlage, super saubere Toiletten und Duschen in einem architektonisch witzigen Bau sowie dort selbst noch eine nettes Bistro mit einer sehr netten Allrounderin als Wirtin. Außer für das Lokal war sie noch für den Caravanstellplatz, den Hafen, den Wassermarkenverkauf usw. zuständig. Sie hatte gut zu tun, war aber trotzdem fröhlich und hilfsbereit. Der übliche und informative „Snack“ am Steg mit Oderfahrern brachte uns doch einige Informationen, die wir bei unserer Weiterfahrt nutzen konnten. Mein Wunsch, eine polnische Nationale als Gastlandflagge zu erwerben, scheiterte jedoch. Angesagt war wieder Herunterkühlen auf ein schlaferträgliches Maß.
Ein köstliches Abendmahl, ein Glas guten Rotweins – und die erforderliche Bettschwere war hergestellt.


Szczecin

Auf unser nächstes Ziel, Stettin, freuten wir uns besonders. Über die Anlegemöglichkeiten hatten wir extrem Unterschiedliches erfahren und waren also gespannt. Auf unserer Karte wurde der Hafen mitten in Stettin sehr gepriesen. Wir hatten aber Kritiken gelesen und gehört, die uns nicht überzeugten. Gelobt wurde ein Hafen etwas weiter nördlich an der Endstation einer Trambahn. Wir also los. Wunderschöne Auen begleiteten unseren Weg bis Stettin. Es folgten die unvermeidlichen Industrieanlagen vor Stettin und auffallende und stark ausgelastete Werft- und Schiffsbauanlagen. Da war richtig etwas los. Dann kam die Silhouette der Stadt mit einigen prächtigen Bauten sowie zwei Brücken in Sicht. Diese waren aber so niedrig, dass wir nicht nur den Mast, sondern auch die Persenning komplett legen mussten. Dies lenkte uns so ab, dass wir den Stadthafen auf der Ostseite der Westoder übersahen. Also fuhren wir weiter, an weiteren Werftanlagen vorbei bis zum Hafen Goclaw. Der Hafen ist klein, sauber, hat alles, was das Herz begehrt, wenn auch teilweise noch sehr einfach. Optimal ist der kleine Supermarkt auf der anderen Seite von Straße und Tramhaltestelle. Auffallend war die Freundlichkeit des Personals, auch wenn niemand – was uns ein wenig erstaunte – auch nur etwas Deutsch sprach. Mit Englisch und Zeichensprache konnten wir alles erfragen, erhielten korrekte Antworten und erfuhren, was wir wissen wollten. Von einem deutschen Landsmann konnte ich eine polnische Gastlandflagge erwerben. Der nächste Tag war Stettin vorbehalten. Morgens fuhren wir mit der Tram in die Stadt. Wir erwischten ein älteres Modell, d.h., bis wir etwa eine halbe Stunde später in Stettin waren, kamen wir uns wie durch einen Cocktailshaker geschüttelt (nicht gerührt!) vor. Die Wanderung durch die Stadt führte uns u.a. in die Johanniskirche, ein wunderbar lichter Bau mit einer sehr schönen, etwas ungewöhnlichen Orgel. Ein auffallendes Gebäude entpuppte sich als der ehemalige pommersche Herzogspalast derer zu Greifen. Nach wie vor war es sengend heiß, so dass wir das kleine, im Münzhof des Palastes gelegene Café besuchten und dort einen Kaffee und Wasser zu uns nahmen. Heute wird der Palast für Musik und Kunst, Museum und Wissenschaft genutzt. Während wir im Hof saßen, konnten wir einem Klavierspieler lauschen, der seine Kunst schon sehr gut beherrschte. Auch befindet sich hier die Touristinformation. Wir schlugen nun die Richtung zur Hakenterrasse ein, über die unser Reiseführer die kühne Behauptung aufstellte, es sei eine der schönsten Terrassen Europas. Wir waren gespannt und müssen zugeben, sie ist sehr schön. Der Blick ist grandios. Sie ist ca. 500 Meter lang, ca. 20 Meter über der Oder und bietet einen tollen Überblick über diesen Teil der Stadt. Im Rücken hatten wir dabei eine Reihe schöner alter Gebäude, so die Marineakademie, das Wojwodschaftsamt und das Nationalmuseum. Im Schatten dieser historischen Gebäude fanden wir auf der Hakenterrasse ein herrlich gelegenes Restaurant („Columbus“), wo wir, in der ersten Reihe sitzend, unser Mittagessen einnahmen. Qualitativ hochwertig und sehr vernünftige Preise inkl. Traumausblick lautete unser abschließendes Urteil über diesen schönen Flecken. Von hier aus erblickten wir dann auch die zunächst von uns übersehene riesige Marina, die gespenstisch vereinsamt war. Kein einziges Schiff, bei geschätzten 120 Liegeplätzen! Das Umfeld der Marina war auch nicht gerade schick und der Zugang zur Stadt von der anderen Seite des Flusses extrem umständlich. Wir nahmen uns vor, auf der Rückfahrt mal die Nase in diesen Hafen zu stecken.
Aber wir wollten los. Wir zogen die Oder weiter nach Norden hinauf, passierten die Zufahrt in den Dammschen See und fassten als zweiten Entschluss, die Rückfahrt über diesen zu machen. Weiter nach Norden gabelt sich das Fahrwasser in die Oder und den Kanal Policki. Wir blieben auf der Oder. Diese wurde immer weiter, die Überschwemmungsgebiete bei Hochwasser zeigten sich üppig grün, teilweise alte Bäume, teilweise hohe Sträucher oder Schilf. Das Vogelparadies erschien unendlich. Blaugrüne Eisvögel sah man aufblitzen. Die Burschen sind aber so hektisch, dass es kaum gelingt, sie zu fotografieren. Den Graureihern haben wir schon nicht mehr nachgeschaut, anders als einem Fischadler, der über uns kreiste, aber offensichtlich keinen Hunger hatte. Zumindest zeigte er kein Jagdverhalten. Die Fahrt durch das Papenwasser war unspektakulär, wobei wir uns sicherheitshalber an die markierte Fahrrinne hielten. In Höhe von Trzebiez zog sich dann das Ufer immer weiter zurück, das große Haff zeigte sich von seiner schönsten Seite. Bei sehr guter Sicht waren die hohen Seezeichen (Brama Torowa 4-1) schon aus der Ferne sichtbar.

 

Bei Windstärke 4-5 bekamen wir im Laufe des Nachtmittags doch noch deutlichen Seegang hinzu, was unserer 20 t schweren Linssen aber nicht viel anhaben konnte. Bei der Überlegung, welchen Hafen wir anlaufen sollten, entschieden wir uns für Uekermünde, was wir nicht bereut haben. Beim SSC Vorpommern fanden wir reizende Aufnahme und wurden herzlich begrüßt. Das Abendessen im „Backbord“ war köstlich, die Preise adäquat, die Stimmung bestens. Dankbar waren wir für den immer auffrischenderen Wind, da noch ungebrochen Hitze herrschte. Als wir abends die Klimaanlage in Betrieb nehmen wollten, zeigte sich, dass der Landstrom relativ niedrig abgesichert war (6 A), was für die Klimaanlage nicht reichte. Also kurz den Generator angeworfen, das Schiff heruntergekühlt und dann ab in die Koje. Am nächsten Morgen beschlossen wir, einen beschaulichen Tag in Uekermünde zu verbringen. Unser nächstes Ziel war nicht fix geplant. Wir hatten uns den Hafen in der Einfahrt zum Peenestrom vorgenommen, kamen aber so zeitig an, dass wir beschlossen weiterzufahren. Also durch den Peenestrom nach Norden durch die Moderort-Rinne. Inzwischen stampfte sogar unsere Linssen bei dem Wind so stark, dass wir Rankwitz als Zielhafen auserkoren. Diese Entscheidung war exzellent, wir können den reizenden Hafen nur empfehlen. Neben zwei sehr guten Lokalen gibt es noch einen Fischladen mit köstlichem frischen oder selbstgeräucherten Fisch. Neben dem schönen Hafen und dem gesamten Ambiente stehen fünf sympathische Ferienhäuser direkt am Hafen. Ein schönes Beispiel für eine gelungene Hafenentwicklung. Die Fahrt ging weiter, über Wolgast in den Peenestrom. Der Eingang ist etwas industrielastig, was uns gefreut hat. Weiter nach Norden wird es wieder landschaftlich sehr schön. Der Wind blies inzwischen mit Windstärke 8. Alle Einheimischen beklagten sich, so viel Wind so viele Tage hintereinander hätten sie noch nie erlebt. Kröslin war dann unser letzter Hafen, eine wunderschöne, sehr gepflegte Marina gegenüber von Peenemünde. Ausflüge von hier lassen sich mit dem kleinen Fahrgastschiff durchführen. Ein Ausflug nach Wolgast zeigte eine mittelgroße Industriestadt mit den leider im Osten nach wie vor bestehenden Problemen, erwähnt sei hier die Flucht der Jugend.

 

In Kröslin trafen unsere Mitreisenden Bekannte, die sie seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatten, was zu einem netten, gemütlichen Plausch an Bord unter der Persenning bei Starkwind (um die 7 Bft. in den Böen) führte.
Da die Wettervorhersage immer noch Starkwindwarnung mitteilte, mussten wir unser eigentliches Ziel – Greifswald – aufgeben und uns damit begnügen, die Nase nur kurz in die Ostsee gesteckt zu haben. Wir kehrten um.
Bei strahlendem Sonnenschein, aber immer noch heftigem Wind zogen wir nun nach Süden. Wie beabsichtigt, sind wir dann etwas nördlich von Stettin in den Dammschen See abgebogen, um eine idyllische Landschaft zu erleben. Sie ist einmalig schön. Wir haben uns Zeit gelassen und suchten gegen Abend einen Hafen, der dieser Landschaft gerecht wurde. In der Marina HOM, am Südostende des Dammschen Sees, fanden wir einen Traumplatz. Dass uns ein sehr gut deutsch sprechender Pole empfing, der uns bei den Formalitäten half, war das eine, aber währenddessen traf eine wunderschön restaurierte Motoryacht ein und legte hinter uns an. Der Eigner war Pole, in diesem Hafen beheimatet und unglaublich stolz (zurecht) auf das von ihm restaurierte Schiff. Von dem auf der Mole stehenden, roh gezimmerten Tisch wurden von unseren polnischen Gastgebern die Bänke weggeräumt und dafür bequeme Gartenstühle aufgestellt, damit wir es gemütlich hatten. Ein außerordentlich nettes Zeichen der Gastfreundschaft.
Mit diesem Hafen will ich den Bericht beenden. Die Rückreise nach Zehdenick war unspektakulär. Wir trafen dort vier Tage später wohlbehalten und voller neuer Eindrücke ein.

 

Ein Teakdeck gibt Ihrer Yacht ein schönes und hochwertiges Finish, aber ein Teakdeck hat auch eindeutig praktische Vorteile.

Ein neues Teakdeck ist braun. Im Verlaufe der Zeit erhält das Teakdeck durch einen natürlichen Prozess seine endgültige Farbe: Aus Goldbraun wird ein natürliches Silbergrau.

Linssen Teakdek onderhoud Linssen Teakdek onderhoud

Vorteile Ihres Teakdecks:

  1. Rutschschutz; Teakholz ist von Natur aus rau, sowohl trocken als auch feucht. Ein Teakdeck erhöht die Sicherheit an Bord und ist unter allen Witterungsverhältnissen rutschfest.
  2. Temperatur des Decks; Bei hohen Außentemperaturen bleibt ein Teakdeck relativ kühl. Das ist sehr angenehm, wenn Sie barfuß über das Deck laufen.
  3. Isolierende Wirkung; Außerdem isoliert ein Teakdeck die Innenräume thermisch.

Pflege Ihres Teakdecks

Damit das Teakdeck in gutem Zustand bleibt, sind folgende Pflegearbeiten zu empfehlen.

Wöchentlich

Spülen Sie das Teakdeck wöchentlich mit normalem Süß- oder Salzwasser ohne Reinigungsmittel ab, um so die Verschmutzung zu verhindern.
In der Holzstruktur können sich Algen und Schimmelpilze festsetzen (d.h. das Teakdeck wird grün). Dadurch wird die Struktur rauer. 
Bei einer raueren Struktur ist das Deck empfindlicher für Verschleiß. Dies lässt sich durch eine gründliche Reinigung ein- oder zweimal pro Jahr vermeiden.

Ein- oder zweimal pro Jahr

  • Beim Reinigen Ihres Teakdecks verfahren Sie wie folgt: 
    Stellen Sie in einem Eimer mit warmem Wasser eine Seifenlösung mit 1% Schmierseife her (auch grüne Seife genannt).
  • Verwenden Sie eine weiche Bürste. Schrubben Sie unter leichtem Druck auf die Bürste das Deck entweder quer zur Holzrichtung oder mit kreisenden Bewegungen. 
    Auf diese Weise lassen sich die Verunreinigung gut vom Holz entfernen, ohne dass das Deck darunter leidet.

Neben den oben genannten Pflegearbeiten empfehlen wir Ihnen, das Teakdeck alle 5 Jahre von der Werft kon­trollieren zu lassen.
Bei dieser Kontrolle werden das Deck und die Kittnähte auf Beschädigungen geprüft. Im Laufe der Zeit kann an den Kittnähten Verschleiß auftreten. Beschädigte Kittnähte müssen rechtzeitig erneuert werden, damit keine Feuchtigkeit zwischen oder unter die Teakholzplatten gelangen kann.

Was Sie auf jeden Fall beachten müssen:

  1. Verwenden Sie nie Hochdruckreiniger für das Reinigen Ihres Teakdecks.
    Zwar scheint damit das Teakdeck schneller sauber zu werden, aber durch den Hochdruckreiniger werden die weicheren Holzteilchen aus den Teakdeckplatten gespritzt. Die Holzstruktur wird dann deutlich rauer, sodass sich in Zukunft Verunreinigungen viel leichter im Teakdeck festsetzen können. Darüber hinaus verschleißt das Teakdeck auf diese Weise schneller und wird dünner.

  2. Benutzen Sie nie eine harte Bürste. Auch mit einer harten Bürste können Sie weichere Holzteilchen aus den Teakdeckplatten herausschrubben.

  3. Verwenden Sie kein anderes Haushaltreinigungsmittel als Schmierseife und auf keinen Fall ein Abwaschmittel.
    Andere Haushaltreinigungsmittel haben nämlich starke Entfetter, die das Holz und eventuell auch die Kittnähte angreifen.

Zudem sind Abwaschmittel wegen der stark entfettenden Wirkung auch schlecht für die Lackflächen an Bord.

Auch bei „professionellen“ Teakreinigern ist Vorsicht geboten. Diese Reiniger versuchen, dem Teakdeck seine ursprüngliche braune Färbung wiederzugeben, aber das gelingt nur kurzfristig. Nach einiger Zeit wird das Teakdeck wieder silbergrau. Die Wirkung dieser Reiniger wird meist auf der Basis starker Chemikalien erzielt.

Wenn die Reiniger nicht korrekt verwendet werden, also beispielsweise nicht in ausreichender Verdünnung oder ohne gründliches Nachspülen, können diese Art von Reinigern andere Komponenten der Außenhaut beschädigen, etwa Lackflächen oder die Aluminiumprofile ihrer Fenster.

Wenn Sie sich an die oben stehenden Pflegehinweise halten, haben Sie jahrelang Freude an Ihrem Teakdeck.

Linssen Teakdek onderhoud


Konstruktion

Die Formgebung und die Stärke der Teakdeckplatten, die Art der Konstruktion und die Befestigung des Teakdecks auf dem Untergrund haben wesentlichen Einfluss darauf, ob Sie jahrelang Spaß an Ihrem Teakdeck haben. Linssen Yachts verfügt auf diesem Gebiet über einen Schatz an Erfahrung und vermochte daher eine besonders hochwertige Teakdeckkonstruktion zu entwickeln, die ihre Qualität im Laufe der Jahre nachgewiesen hat.

Auf diesem Gebiet hat sich schon oft gezeigt: Billig ist auf die Dauer teuerer. Aber wenn man dies entdeckt, ist es meistens schon zu spät…

Haben Sie Fragen über Wartung und Pflege? Welches Thema sollten wir in der nächsten Ausgabe behandeln? Schicken Sie Ihre Themenvorschläge an 
info@linssenyachts.com

Über 2000 Jahre Geschichte, eine beeindruckende Landschaft, einsame Buchten und beschauliche bis quirlige Häfen – Kroatien hat alles, was Bootsfahrer wünschen. Mit unserer Grand Sturdy 40.9 Sedan erleben wir Kroatien aus neuer Perspektive!

Text und Fotos: Randolf Nott und Renate Thieme

Cruising on a Linssen motoryacht in Croatia


Um es gleich vorweg zu sagen: Wir waren seit Anfang der 80er Jahre mit diversen Booten auf der Adria unterwegs, erstmals jedoch mit einem so bequemen und sicheren Schiff! Unsere „Hippo“ trägt ihren Namen zu Recht. Obwohl die Adria oft als „Badewanne“ verspottet wird, kann es hier z. B. bei Bora, einem kalten Fallwind aus den Bergen, der mit hohen Windgeschwindigkeiten das Meer aufwühlt, sehr unangenehm werden. Bei Wetterbedingungen, bei denen unser alter, gediegener Motorsegler ächzte und man freiwillig zur Schwimmweste griff, macht die Linssen ihrem Namen alle Ehre und liegt wie ein großer, schwerer Hippo unbekümmert im Wasser. Aber wir wollen der Reihe nach berichten.

Nach einer Jungfernfahrt auf Maas, Waal und Rhein wurde uns das Schiff am 6. Juni 2013 in Izola (Slowenien) übergeben und wir konnten den Überstellungstörn auf dem neuen Schiff von Izola zu unserer „Heimat-Marina“ Simuni auf der Insel Pag (Kroatien) genießen. Während die Küste Sloweniens und Istriens noch stark befahren war, wobei viele Hindernistonnen auf dem Meer unsere Aufmerksamkeit verlangten, wurde nach Überqueren der Kvarner Bucht und Verlassen der Küste Istriens der Schiffsverkehr trotz der Urlaubszeit immer weniger. Natürlich haben wir zuvor einen Halt z. B. in Rovinj eingelegt. Die Stadt hat eine lange, bewegte Geschichte und erhielt im 2. Jahrhundert von den Römern den Namen Ruginium, der von den Slawen im 7. Jahrhundert in Rovinj verändert wurde. Sehenswert ist nicht nur die Stadt selbst. Das Stadtbild ist von der abwechslungsreichen Geschichte geprägt, mit verwinkelten Gässchen, romanisch-gotischem Stadtbild, Elementen aus Renaissance, Barock und neoklassizistischen Bauten. Besondern auffällig ist die Basilika Sveta Eufemia. Der 60 Meter hohe Kirchturm aus dem 17. Jahrhundert trägt eine 4,70 m hohe Bronzestatue der heiligen Euphemia, der Schutzpatronin von Rovinj.

Ebenso sehenswert ist Pula, eine Stadt mit 7000-jähriger Geschichte. Sie wurde im Jahre 177 v. Christus von den Römern erobert. Unter Kaiser Augustus wurde das Amphitheater erbaut, heute eine der Hauptsehenswürdigkeiten. Neben dem Amphitheater gibt es aus der augusteischen Zeit den Rom-und-Augustus-Tempel, die in Teilen erhaltene Stadtmauer mit Toren und die Überreste von zwei Theatern.

Nach gut 14-tägiger Seereise mit diversen Zwischenstopps an historisch bemerkenswerten Punkten und ebenso einsamen wie malerischen Buchten erreichten wir dann unseren Stützpunkt Simuni auf der Insel Pag. Hier sind wir schon viele Jahre zu Hause und schätzen die familiäre Atmosphäre einer der kleinsten Marinas der kroatischen Küste. Pag ist bekannt geworden durch Spitzen, die hier noch heute in mühevoller Handarbeit gefertigt werden, und durch den Schafskäse, der in zum Teil mit EU-Mitteln modernisierten Käsereien hergestellt wird. Hier wird die Milch von Schafen verarbeitet, die auf den meist sehr kargen Böden – oft scheinbar nur aus Geröll bestehend – auf der gesamten Insel und auch auf den meist unbewohnten Nachbarinseln gehalten werden. Ankert man in Buchten solcher unbewohnten Inseln (z. B. der Insel Maun), kann man durchaus erleben, dass die Schafe am Abend an den Strand kommen und Meerwasser saufen. Das und die salzigen Wiesen geben angeblich dem Käse seinen unverwechselbaren Geschmack. Besuchen sollte man auf jedem Fall auch die bis zu 1500 Jahre alten Olivenbäume an der Nordwestspitze der Insel Pag bei Lun. Wie auch auf anderen Inseln Kroatiens ist die Gewinnung von Olivenöl ein wichtiger Wirtschaftszweig.

Cruising on a Linssen motoryacht in Croatia Cruising on a Linssen motoryacht in Croatia

Die Insel Pag, in Mitteldalmatien gelegen (ca. 1 Autostunde von Zadar entfernt), eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für kürzere und längere Törns. Bei der Entscheidung für die Sedan „Longtop“ – also mit dem verlängerten Dach über der Plicht – standen unsere Erfahrungen im Revier Pate: intensive Sonneneinstrahlung, die nicht nur das Meer erheblich erwärmt (schon im Juni trifft man auf bis zu 28° C), sondern eben auch dem Skipper und seiner Crew zu schaffen machen kann! Ein ideales Schiff somit für nicht sonnenverwöhnte „Nordlichter“. Allerdings ist die Schiffsform in der Adria weniger häufig und wir haben uns bereits daran gewöhnt, in jedem Hafen, den wir anlaufen, bestaunt zu werden! Auch Eigner schnittiger Yachten müssen einräumen, dass der Komfort der Linssen beeindruckend ist! Und das auch bei rauer See und Bedingungen, die schon für Segler eine Herausforderung sind und die schnellen, schnittigen Yachten zur Hafenpause zwingen.

Soviel zum Schiff. Im Juni 2014 haben wir unseren Aufenthalt in Kroatien zunächst für einige kurze Trips genutzt, wovon hier die Rede sein soll. Von der ACI Marina Simuni geht es an der quirligen und insbesondere bei jungen Kroatienbesuchern beliebten Hafenstadt Novalja vorbei mit Kurs 330° entlang der Insel Pag auf Rab zu. Auf Steuerbord sieht man die bereits erwähnten alten Olivenbäume bei Lun. Nahe der Landspitze liegt das verschlafene Örtchen Tovarnele. In Höhe der Untiefentonne ändern wir unseren Kurs auf 350° und laufen direkt die Bucht Cifnata an. Der Sandgrund bietet ideale Ankermöglichkeiten, allerdings ist die Bucht tagsüber stark von Ausflüglern frequentiert, die dann aber am Abend mit kleinen Yachten oder dem Service von Taxibooten die Bucht wieder verlassen. Wir erreichen dieses Zwischenziel mit gemächlichen 5,5 Knoten in knapp 5 Stunden und richten uns für die Nacht ein. Wir genießen die Stille am Abend und laufen nach dem Frühstück aus mit Kurs auf den Hafen Rab (44° 45‘ N, 14° 46’ E). Begrüßt werden wir von den markanten vier Glockentürmen der auf einem steilen Felsrücken erbauten Altstadt. Vor der Hafeneinfahrt Rab kam uns eine ganze Armada kleiner und größer Boote entgegen, die auf uns den Eindruck eines Mückenschwarms machten und die auf dem Weg in die zahlreichen Badebuchten waren! Uns war das sehr recht, hatten wir doch mehr Platz im Hafen. Gegenüber dem Kai des Stadthafens liegt die Marina, in der man sehr bequem anlegen kann. Allerdings ist es auch, gegen Entrichtung von 20 Kuna/Stunde (ca. 2,50 Euro) möglich, im Stadthafen an eben dieser Kaimauer längsseits zu gehen. Mit dem Bug- und Heckstrahlruder der Linssen ist dieses „Einparken“ völlig problemlos! Der Vorteil: Man ist gleich in der Altstadt und muss nicht das Hafenbecken umrunden, was beim Festmachen in der Marina notwendig ist. Rab, über 2000 Jahre alt, hat mit seinen kleinen Gassen und vielen Kirchen ein ganz eigenes Flair. Es gilt neben Rovinj und Zadar als drittes kulturhistorisches Kleinod Nordkroatiens. Man trifft auf gediegene Restaurants, wovon nur 2 beispielgebend erwähnt werden sollen. Da ist zum einen das „Paradiso“, ein stilvolles Restaurant (kroatisch Restoran) im Gebäude der alten Stadtloggia und des Cernota-Palastes, das auch eine eigene Bildergalerie hat, in die der interessierte Besucher vom Hausherrn gern geführt wird. Der Sljivovica ist aus eigener Herstellung wie auch der angebotene Hauswein. Die Verbindung zur Kunst zeigen auch Objekte, die dem Lokal eine exklusive Atmosphäre verleihen (Bild: Glaskunst).

Einen rustikal-gediegenen Stil pflegt die Konoba „Rab“. Als uriges Lokal mit Holzgebälk und einladender Galerie ist die Konoba besonders wegen der hervorragenden und durchaus preiswerten Küche eine Empfehlung. Auffallend ist, dass die jungen Leute in Kroatien für die Kommunikation Englisch bevorzugen, wobei Ältere Deutsch meist viel besser verstehen. Grundsätzlich gibt es jedoch keinerlei Verständigungsprobleme. Im Übrigen waren wir auf diesem Törn zu fünft auf der Linssen – und niemand hat sich in seiner Bewegungsfreiheit eingeengt gefühlt (was sicher damit zu tun hat, dass die Plicht viel Platz bietet, allerdings bei Regen eine Persenning notwendig ist).

Nach einem guten Essen und einer ausgedehnten Stadtbesichtigung sind wir am Abend ausgelaufen, um noch einmal in der Cifnata zu nächtigen. Von dort ging es dann am nächsten Morgen mit Steuerkurs 253° weiter zur Insel Cres. Bei der Überfahrt hat uns tatsächlich eine mittelschwere Bora „erwischt“, die es sinnvoll erscheinen ließ, in der Bucht Toveraszcica auf Cres einen Zwischenstopp mit Übernachtung einzulegen. Dies auch, um unsere weniger bootserfahrenen Gäste nicht zu überfordern. Am nächsten Tag haben wir dann die Insel im Südosten umrundet und sind sehr bequem zwischen den Inseln Cres auf Steuerbord und Losinj auf Backbord durch den Losinjski Kanal zum Städtchen Osor gefahren. Bei Osor sind die Inseln Cres und Losinj durch einen vor mehr als 2000 Jahren geschaffenen, 11 m breiten Kanal getrennt. Die Brücke wird 2 x täglich (09:00 und 17:00 Uhr) geöffnet. Für die wartenden Schiffe gibt es ein Bojenfeld und eine gut gekennzeichnete Fahrrinne. Das Bojenfeld bot uns Gelegenheit festzumachen und mit dem Zodiac an Land zu gehen. Wir haben das Beiboot mit einem Elektroaußenborder von Torpeedo ausgestattet, der mit ca. 4 PS ein elegantes und (fast) geräuschloses Fahren ermöglicht.

Osor war zu Zeiten der Römer ein strategisch bedeutender Stützpunkt mit ca. 20.000 Einwohnern, da hier der Seeweg von Aquileia nach Salonae durch den Osorer Kanal führte. Geschützt von starken Stadtmauern gab es mehrere Tempel, ein Forum, Theater und Paläste. Der Hafen war Sitz der Marine von Ravenna und die Stadt wurde 530 Bischofssitz. Später wurde sie von den Sarazenen verwüstet und versank in der Bedeutungslosigkeit. Heute trifft man auf ein Dorf mit knapp 100 Einwohnern, aber sehenswerten Relikten aus alter Zeit.

Uns führte der Weg weiter auf einem Steuerkurs von 148° vorbei an Losinj auf Steuerbord (STB) und Orjule (Backbord, BB) zur Insel Ilovik. An der Südostspitze von Losinj befindet sich eine kleine unbewohnte Insel (Kozjak), die wir auf BB umrunden, um auf der Westseite der Insel Ilovik nach einer geeigneten Ankerbucht Ausschau zu halten. Wir entschließen uns, im Süden der Insel in der Bucht Pažine vor Anker zu gehen und den Tag ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen nehmen wir Kurs (132°) auf Ugljan. Es geht vorbei an Silba (auf BB) und Premuda und Ist (auf STB). An der Südspitze der Insel Silba müssen wir den Kurs noch einmal geringfügig korrigieren, um vorbei an Sestrunj (STB) mit den vorgelagerten Inseln Tri Sestrice die Insel Ugljan zu erreichen. Wir machen fest in der Marina „Olive Island“ bei Sutomiscica. Dort treffen wir auf eine neu errichtete Marina, die keine Wünsche offen lässt.

Cruising on a Linssen motoryacht in Croatia  

Nach einer erholsamen Nacht in der Marina und Auffüllen der Vorräte (einschließlich Wasser) nehmen wir Kurs auf Zadar. Ugljan und Zadar trennt der Pasmanski Kanal den wir in weniger als einer Stunde überquert haben, um dann in der Stadtmarina festzumachen. Diese Marina ist sehr eng und für ein 40-Fuß-Boot eine gewisse Herausforderung. Die naturgemäß etwas schwerfällige Linssen meistert dies mit Einsatz von Heck- und Bugstrahlruder problemlos – ohne die zusätzlichen Ruder wäre es allerdings extrem schwierig. Empfehlen können wir diese Marina nicht, da sie sehr teuer und überlaufen ist. Für die wenigen Stunden, die wir zur Stadtbesichtigung hier festgemacht haben, wurden gleich die Kosten für 24 Stunden berechnet (inkl. nicht benötigtem Wasser und Strom!), wohingegen es in allen anderen Marinas durchaus üblich ist, auch einen Tarif für einen halben Tag anzubieten. Hier bleibt man entweder die volle Zeit oder weicht auf die Marina Borik aus! Zadar selbst ist, wie bereits erwähnt, ein Kleinod, dessen Besichtigung lohnt. Kein Wunder, dass hier auch die Aida-Schiffe anlegen. Die regelmäßig ein- und auslaufenden Fähren benötigen ebenfalls viel Platz und damit ist man insbesondere nach Tagen großer Ruhe froh, wieder aus dem Getümmel herauszukommen.

Auf dem Rückweg zur Insel Pag machen wir dann noch einmal vor der Insel Vir Station und erleben einen großartigen Sonnenuntergang, der für den „Zadar-Stress“ entschädigt.

Nach diesem Törn bleibt uns festzuhalten, dass die Sedan aus unserer Sicht als Longtop ein ideales Schiff für dieses Revier ist. Nach Eintritt Kroatiens in die EU haben sich auch die Konditionen für Yachten verändert. Es geht nicht mehr um die Bootslänge wie bisher, sondern um die Motorstärke. Für uns ist damit das Permit in diesem Jahr deutlich günstiger geworden!

Wir fahren unsere Hippo mit einer Motordrehzahl von 1800 bis 1850 U/min und erreichen damit 5,5 bis 6 kn (Dieselverbrauch: ca. 5 l/h). Das ist im Vergleich zu den sonst hier üblichen Yachten zwar langsam, aber wir haben ja auch Zeit! Mancherorts wird von Entschleunigung gesprochen – hier haben wir sie! Dafür ist das Schiff äußerst zuverlässig und verhält sich auch bei unruhiger See sehr gutmütig. Das Platzangebot ist, selbst wenn einmal Besuch kommt, ausreichend und die vorhandenen Stauräume haben wir zu schätzen gelernt. Eine Fritz!Box und ein daran angeschlossener Stick verbinden uns via Internet mit dem Rest der Welt und es ist für ein stabiles WLAN-Netz an Bord für alle Handys-, iPad und sonstigen Computer gesorgt. Nicht bedacht hatten wir, hierfür noch eine zusätzliche Außenantenne installieren zu lassen, und so müssen wir uns mit einer nachgerüsteten Antenne mit Magnetfuß behelfen, die in Bereichen mit schwachem Empfang durch das Schiebedach nach Außen gestellt wird. Zum Standard in diesem Gebied gehören Bug- und Heckstrahlruder und ein Autopilot. Ebenso sehen wir die Möglichkeit, die Plicht bei schlechtem Wetter mit einer Persenning zu schließen, für absolut notwendig an.

Abschließend wollen wir festhalten, dass Linssen nicht nur hochwertige Schiffe baut, sondern auch einen erstklassigen Service bietet. Damit hat man sozusagen die Garantie, dass die „schönsten Wochen des Jahres“ so werden, wie wir es erwarten: Entspannung pur!

Cruising on a Linssen motoryacht in Croatia

Matti Pitkänen kaufte seine Linssen Grand Sturdy 34.9 AC „TUR 35“ über den Linssen-Dealer Proficon und beschloss, seine Yacht persönlich auf der Werft in den Niederland abzuholen und nach Hause zu bringen.

Text & Fotos: Matti und Tuula Pitkänen

Am 12. Mai 2014 starteten wir zu unserer Reise in Maasbracht. Zunächst ging es per Lkw nach Heiligenhafen in Norddeutschland, wo die Yacht am 14. Mai zu Wasser gelassen wurde.
Am nächsten Tage bunkerten wir Proviant. Danach konnte der echte Törn beginnen. Wir verließen den Hafen am 15. Mai gegen Mittag und fuhren wenig später unter der Fehmarn-Brücke hindurch. Der leichte Nordwestwind flaute weiter ab, wonach der Rest der Fahrt über die Ostsee unter klarem und leuchtend blauem Himmel absolviert werden konnte. Großartig war, dass wir unmittelbar neben uns Schweinswale im klaren Wasser schwimmen sehen konnten.

Wir fuhren mehrere Tage entlang der dänischen und schwedischen Küste nordwärts. Zur Übernachtung liefen wir Ystad, Karlskrona, Kalmar, Oxelösund, Dalarö und Sandhamn an. Von letzterem Hafen aus überquerten wir die Ostsee in Richtung unseres Heimatlandes. Am 22. Mai – sieben Tage nach Abfahrt und nach fast 1.000 Kilometern – erreichten wir die finnische Insel Kökar auf halbem Wege von Schweden nach Finnland.
Die nächste Etappe der Reise ging nach Helsinki, eine Tour von rund 235 Kilometern. Die Temperaturen stiegen und als wir in Helsinki eintrafen, waren es angenehme 27 Grad.

From Maasbracht to Lake Saimaa on a Linssen motoryacht From Maasbracht to Lake Saimaa on a Linssen motoryacht

Um uns etwas zu erholen und wegen einiger Wartungsarbeiten blieben wir zwei Tage in Helsinki und liefen am 27. Mai zum letzten Abschnitt der Reise aus. Diese führte uns nun durch den Saimaa-Kanal. Der Kanal beginnt auf russischem Boden und ist an Finnland vermietet. Der letzte Halt vor der russischen Grenze war die Insel Santio. Hier inspizierten die finnischen Grenzbeamten unser Schiff und prüften sämtliche Papiere. Am nächsten Morgen wollten wir die Grenze passieren und in den Kanal einfahren. Die See war ungewöhnlich ruhig und das letzte Stück übers Meer bereitete keinerlei Probleme. In Russland befüllten wir vor der Einfahrt in die Schleuse noch den Tank mit dem hier sehr günstigen Treibstoff und wurden dort von den russischen Grenzbeamten kontrolliert. Auch das ging glatt, so dass wir bald weiterfahren konnten. Am 30. Mai trafen wir spätabends nach „nur“ 43 Kilometern und 8 Schleusen in Lappeenranta ein, auf 76,7 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Am nächsten Tag wurde die allerletzte Etappe zu unserem Heimathafen Partakoski ohne Schwierigkeiten bewältigt.

„TUR 35“ war zu Hause angekommen.

From Maasbracht to Lake Saimaa on a Linssen motoryacht

Jahr für Jahr besuchen mehr Boote unter ausländischer Flagge Finnland, viele davon im Zuge eines Ostseetörns. Einige fahren nur die finnische Küste entlang und erfreuen sich an den tausend Inseln.

Text & Fotos: Ari-Pekka Hildén

Cruising in Finland on a Linssen motor yacht

Finnland besitzt eine relativ lange Küstenlinie, die an der schwedischen Grenze bei Tornio, dem nördlichsten Punkt des Bottnischen Meerbusens, beginnt und die sich bis zur russischen Grenze am östlichen Ende des Finnischen Meerbusens erstreckt. Hinzu kommen die Åland-Inseln, die fünfzig Meilen vor der Südwestecke des Festlandes mitten in der Ostsee liegen.

Der südwestliche Archipel und die Åland-Inseln bilden zusammen das Schärenmeer (auch Archipelsee). Mit seinen 40.000 Inseln ist es der größte Archipel Europas und einer der größten weltweit. Seine windgeschützten Gewässer bilden ein wahres Wassersportparadies.

Die Fahrsaison in Finnland beginnt Anfang Mai und endet im späten September. In den Sommermonaten Juni bis August ist Hochsaison. In der Ferienzeit können die beliebtesten Häfen sehr voll sein. Die Gästehäfen schließen überwiegend Ende August. Sie können aber meist auch außerhalb der Hochsaison angelaufen werden, eventuell mit Abstrichen bei den Dienstleistungen. In Finnland darf man offiziell auch in natürlichen Häfen vor Anker gehen. Dort können Sie festmachen, schwimmen, sich ausruhen und – wenn das Anlegen nicht aus Naturschutzgründen eingeschränkt ist – sich so lange aufhalten, wie Sie keine anderen Menschen belästigen. Überflüssig zu erwähnen, dass Sie nicht zu nahe bei Privathäusern oder privaten Bootsclubs ankern dürfen.

In den Sommermonaten sind die Tage lang. Dann wird es im Archipel nie richtig dunkel. Das Wetter ist gewöhnlich sehr gut vorhersehbar. Stürmische Winde sind im Sommer selten. Schlimmstenfalls ist es regnerisch mit Temperaturen von 10-15 °C. Bei schönem Wetter können die Temperaturen auf über 30 °C steigen bei so starker Sonneneinstrahlung, dass man auf Deck kaum barfuß laufen kann. Gewitter können auch bei gutem Wetter plötzlich aufziehen. Aber der Archipel mit seinen Tausenden Inseln verfügt über geschützte Gewässer, die man selbst bei schlechten Wetterverhältnissen sicher mit seinem Boot befahren kann.
Das Schippern und Navigieren ist in Finnland relativ einfach. Wichtig ist jedoch, über aktuelle Karten zu verfügen. Die finnische Küste und der Archipel sind bekannt für ihre Unterwasserfelsen. Halten Sie sich also an die empfohlenen Fahrstraßen, die sehr gut markiert sind und eine garantierte Tauchtiefe aufweisen.

Traditional boathouses at Lappo, Åland Näsby guest harbour at Houtskär Island, Archipelago Sea 

Außer der genussvollen Fahrt mit herrlichen Ausblicken gibt es auch eine Menge zu tun. Der Archipel hat eine lange Geschichte, die bis zu den Robbenjägern vor mehr als 3.000 Jahren zurückreicht. In der Zeit der Wikinger durchkreuzten viele wichtige Schifffahrtsrouten das Schärenmeer. Finnland gehörte bis 1808 zu Schweden und bildete danach mehr als hundert Jahre den westlichsten Teil des Russischen Reiches. Auch diese Zeit drückte ihren Stempel auf die Städte, Dörfer und Inseln des Archipels. Fast jede Insel und fast jedes Dorf haben ein eigenes Museum oder eine Ausstellung, wo Sie in die örtliche Geschichte eingeführt werden. Es gibt wunderschöne Wanderwege, auf denen man historische Stätten passiert und die lokale Tierwelt beobachten kann. Wassersportfreunde kommen reichlich auf ihre Kosten, aber auch Aktivitäten wie Tennis und Golf sind möglich. Die vielleicht größte Attraktion der finnischen Inseln sind die regionale Küche und die kulinarischen Köstlichkeiten, die man in den vielen kleinen Restaurants und Shops kennen lernen kann. Es gibt zahllose lokale Spezialitäten, aber am berühmtesten sind geräucherter Fisch und das einheimische Brot.

Tip: Kalter marinierter und geräucherter Lachs im Restaurant Smakbyn in Kastelholm, Åland-Inseln. Der Eigentümer und Chefkoch Michael Björklund wurde sowohl in Finnland als auch Schweden als Koch des Jahres nominiert.


 

Linssen Yachts Finland
Proficon Marine
Keilaranta 16
FIN 02150 Espoo
T +358 (0)9 25108700

www.proficon.fi

info@proficon.fi

Zur Planung Ihres Törns nach Finnland nehmen Sie am besten Kontakt zum lokalen Linssen-Eignerverein auf linssenownersfinland@gmail.com

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