Jahr für Jahr besuchen mehr Boote unter ausländischer Flagge Finnland, viele davon im Zuge eines Ostseetörns. Einige fahren nur die finnische Küste entlang und erfreuen sich an den tausend Inseln.

Text & Fotos: Ari-Pekka Hildén

Cruising in Finland on a Linssen motor yacht

Finnland besitzt eine relativ lange Küstenlinie, die an der schwedischen Grenze bei Tornio, dem nördlichsten Punkt des Bottnischen Meerbusens, beginnt und die sich bis zur russischen Grenze am östlichen Ende des Finnischen Meerbusens erstreckt. Hinzu kommen die Åland-Inseln, die fünfzig Meilen vor der Südwestecke des Festlandes mitten in der Ostsee liegen.

Der südwestliche Archipel und die Åland-Inseln bilden zusammen das Schärenmeer (auch Archipelsee). Mit seinen 40.000 Inseln ist es der größte Archipel Europas und einer der größten weltweit. Seine windgeschützten Gewässer bilden ein wahres Wassersportparadies.

Die Fahrsaison in Finnland beginnt Anfang Mai und endet im späten September. In den Sommermonaten Juni bis August ist Hochsaison. In der Ferienzeit können die beliebtesten Häfen sehr voll sein. Die Gästehäfen schließen überwiegend Ende August. Sie können aber meist auch außerhalb der Hochsaison angelaufen werden, eventuell mit Abstrichen bei den Dienstleistungen. In Finnland darf man offiziell auch in natürlichen Häfen vor Anker gehen. Dort können Sie festmachen, schwimmen, sich ausruhen und – wenn das Anlegen nicht aus Naturschutzgründen eingeschränkt ist – sich so lange aufhalten, wie Sie keine anderen Menschen belästigen. Überflüssig zu erwähnen, dass Sie nicht zu nahe bei Privathäusern oder privaten Bootsclubs ankern dürfen.

In den Sommermonaten sind die Tage lang. Dann wird es im Archipel nie richtig dunkel. Das Wetter ist gewöhnlich sehr gut vorhersehbar. Stürmische Winde sind im Sommer selten. Schlimmstenfalls ist es regnerisch mit Temperaturen von 10-15 °C. Bei schönem Wetter können die Temperaturen auf über 30 °C steigen bei so starker Sonneneinstrahlung, dass man auf Deck kaum barfuß laufen kann. Gewitter können auch bei gutem Wetter plötzlich aufziehen. Aber der Archipel mit seinen Tausenden Inseln verfügt über geschützte Gewässer, die man selbst bei schlechten Wetterverhältnissen sicher mit seinem Boot befahren kann.
Das Schippern und Navigieren ist in Finnland relativ einfach. Wichtig ist jedoch, über aktuelle Karten zu verfügen. Die finnische Küste und der Archipel sind bekannt für ihre Unterwasserfelsen. Halten Sie sich also an die empfohlenen Fahrstraßen, die sehr gut markiert sind und eine garantierte Tauchtiefe aufweisen.

Traditional boathouses at Lappo, Åland Näsby guest harbour at Houtskär Island, Archipelago Sea 

Außer der genussvollen Fahrt mit herrlichen Ausblicken gibt es auch eine Menge zu tun. Der Archipel hat eine lange Geschichte, die bis zu den Robbenjägern vor mehr als 3.000 Jahren zurückreicht. In der Zeit der Wikinger durchkreuzten viele wichtige Schifffahrtsrouten das Schärenmeer. Finnland gehörte bis 1808 zu Schweden und bildete danach mehr als hundert Jahre den westlichsten Teil des Russischen Reiches. Auch diese Zeit drückte ihren Stempel auf die Städte, Dörfer und Inseln des Archipels. Fast jede Insel und fast jedes Dorf haben ein eigenes Museum oder eine Ausstellung, wo Sie in die örtliche Geschichte eingeführt werden. Es gibt wunderschöne Wanderwege, auf denen man historische Stätten passiert und die lokale Tierwelt beobachten kann. Wassersportfreunde kommen reichlich auf ihre Kosten, aber auch Aktivitäten wie Tennis und Golf sind möglich. Die vielleicht größte Attraktion der finnischen Inseln sind die regionale Küche und die kulinarischen Köstlichkeiten, die man in den vielen kleinen Restaurants und Shops kennen lernen kann. Es gibt zahllose lokale Spezialitäten, aber am berühmtesten sind geräucherter Fisch und das einheimische Brot.

Tip: Kalter marinierter und geräucherter Lachs im Restaurant Smakbyn in Kastelholm, Åland-Inseln. Der Eigentümer und Chefkoch Michael Björklund wurde sowohl in Finnland als auch Schweden als Koch des Jahres nominiert.


 

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